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Die Verdrängung – Der Weg eines Juristen von Auschwitz nach Goslar

Do
10
Nov 2022

Do
10
Nov 2022

Ort: Ver.di | Universitätsstraße 76 | 44789 Bochum
Beginn: 19:00
Ende: 20:30
Sprachen: Deutsch
Eintritt: frei
Barrierefrei

Informationen

Die Verdrängung – Der Weg eines deutschen Juristen von Auschwitz nach Goslar

Das Buchprojekt, welches der Historiker Professor Dr. Winfried Schulze vorstellt, erzählt die gut dokumentierte Geschichte eines deutschen Juristen im 20. Jahrhundert. Der Gegner des Nationalsozialismus wird leitender Mitarbeiter im Personalbereich der IG Farben, die 1941-1945 in unmittelbarer Nachbarschaft zum KZ Auschwitz mit Hilfe von Tausenden jüdischen Häftlingen ein großes Chemiewerk aufbaute. Er wird damit zum Mitorganisator des Systems der Zwangsarbeit von KZ-Häftlingen und damit der „Vernichtung durch Arbeit“ in diesem Lager.

Zugleich wird er zum Beschützer einer großen Gruppe französischer Zwangsarbeiter, deren Aktivitäten für die Résistance er unterstützt und die er im Januar 1945 auf dem gefährlichen Weg nach Westen begleitet. Das trägt ihm den Titel des „anti-nazi-assesseur Schneider“ ein, die französische Regierung lobt seine „bienveillance“ gegenüber den Zwangsarbeitern. Mit den jungen Franzosen schließt er eine lebenslange Freundschaft, die unter anderem zu einer deutsch-französischen Städtepartnerschaft führt. Nach seiner Zeugenaussage im Nürnberger Prozess gegen die IG Farben und einem langwierigen Entnazifizierungsverfahren sowie einem Strafprozess wird er 1949 Oberstadtdirektor von Goslar, Verfasser politisch-philosophischer Texte und Briefpartner und Freund von Ernst Jünger.

Über den Autor

Prof. Dr. Winfried Schulze (Historiker, Bochum),
lehrte Geschichte der Frühen Neuzeit zunächst an der Freien Universität Berlin, von 1978 bis 1993 als Professor für die Europäische Geschichte der Frühen Neuzeit an der Ruhr Universität Bochum und dann bis zur Emeritierung 2008 am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er war von 1998 bis 2001 Vorsitzender des Wissenschaftsrates, des wichtigsten wissenschaftspolitischen Beratungsgremiums in Deutschland.
Forschungsschwerpunkte von W. Schulze waren die Geschichte der Bauernrevolten und der Reichstage, ebenso die Geschichte der Französischen Revolution. Sein 1989 erschienenes Buch über die Deutsche Geschichtswissenschaft nach 1945 regte zur Auseinandersetzung des eigenen Fachs mit dem Nationalsozialismus an und löste tiefergehende Debatten aus. W. Schulze förderte maßgeblich die Forschung über die Mitwirkung führender Historiker am NS-System.

 

Diskussionsleitung

Dr. Irmtrud Wojak, (Historikerin, Bochum)ist Initiatorin der BUXUS STIFTUNG, die derzeit das Fritz Bauer Forums in Bochum aufbaut. I. Wojak war stv. Leiterin des Fritz Bauer Instituts in Frankfurt, Bereichsleiterin der Historischen Abteilung des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen und Gründungsdirektorin des NS-Dokumentationszentrums in München.Als Frieda L. Miller Fellow am Radcliffe Institute for Advanced Study der Harvard Universität untersuchte sie die Widerstandsfähigkeit von Menschen, die selbst unter extremen Bedingungen einen auf Rechtsnormen begründeten Standpunkt bewahren.

Header-Photo des KZ Auschwitz: Erica Magugliani (unsplash), Beitragsbilder: Winfried Schulze

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