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Vortrag und Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Hajo Funke (Otto-Suhr-Institut, FU Berlin, em.)
Israel ist nach dem Pogrom der Hamas an über 1.200 unschuldigen Menschen aller Altersgruppen vom 7. Oktober 2023 und der tödlichen Gefährdung der verschleppten über 240 Geiseln zutiefst erschüttert. Entsetzt über das Versagen der mit Rechtsextremen und Nationalreligiösen durchsetzten Koalitionsregierung unter Führung von Benjamin Netanjahu, wollen ihn über 80 % nicht mehr als Ministerpräsidenten sehen. Israelis sind traumatisiert, sie fürchten um die Geiseln und eine immer weitere Eskalation, vertrauen der amerikanischen Regierung mehr als der eigenen. Sie erwarten zurecht mehr Solidarität und Sicherheit.
Hajo Funke skizziert, wie es zur Umkehr der bisherigen Diskriminierung und zu einer Zwei-Staaten-Regelung kommen könnte: ein eigener Palästinenserstaat und eine anders gegründete Sicherheit Israels. Dies würde jedenfalls, so der Antisemitismusforscher, in den arabischen Staaten wie den westlichen Staaten das Verhältnis zu Israel ein Stück weit re-balancieren und damit auch die überzogenen, oft Israel-feindlichen und antisemitischen Äußerungen, die gegenwärtig lanciert werden, eindämmen.
Prof. Dr. Hajo Funke ist emeritierter Professor für Politische Wissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Themen Politik und Kultur, Rechtsextremismus und Rechtspopulismus, die Auseinandersetzung mit dem Holocaust, sowie Konflikte im Nahen und Mittleren Osten.
Bis 1971 absolvierte Hajo Funke ein Studium der Politischen Wissenschaft, Soziologie und Philosophie an der FU Berlin, auf das 1976 die Promotion sowie 1984 die Habilitation folgten. Im Sommer 1987 war er am Center for European Studies an der Harvard University, Cambridge, in den USA tätig, bevor er 1993 den Lehrstuhl für Politik und Kultur am Institut für Politische Wissenschaft in Berlin übernahm, den er bis zu seiner Emeritierung 2010 innehatte.
Beitragsfoto: Cristian Gottardi (Unsplash), Jerusalem

Magdalena Köhler (M.A.)
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