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Alexander Fichtner, © Zuza Badziong
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Am 3. August 2014 überfiel der „Islamische Staat“ (IS) die kurdische Region Shingal im Irak, in der vor allem Jezîd*innen leben. Etwa 10.000 jezîdische Männer und etwa 7.000 Frauen wurden entführt und über Jahre systematisch vergewaltigt und versklavt. 400.000 Jezîd*innen mussten ihre Heimat verlassen. Alexander Fichtner dokumentiert die Lebenssituation der Menschen nach ihrer Flucht und gibt Einblick in ihr Leben. Im Rahmen einer Pressereise in das Flüchtlingscamp Sheikhan in der Provinz Nordkurdistan entstanden nüchterne und zugleich intime Aufnahmen. Auch zehn Jahre später leben viele noch immer in Zelten.
Ausstellungseröffnung mit Alexander Fichtner und Emanuel Youkhana
Alexander Fichtner, 1979 in Herten geboren und im Ruhrgebiet aufgewachsen, arbeitet als freier Fotograf, Journalist und Künstler. Er studierte freie Kunst und Fotografie an der FAdBK in Essen und schloss dort als Meisterschüler bei Professor Stephan Paul Schneider ab. Zudem studierte er Journalismus und Public Relations an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Recherchen führten ihn ins Baltikum, auf den Balkan und in den Kaukasus. Seine fotografischen Arbeiten bewegen sich zwischen journalistischer Präzision und künstlerischem Ausdruck, ohne dabei die Wirklichkeit zu verfälschen. Gerade die Abwesenheit von Menschen prägt viele seiner Bilder und verleiht ihnen eine besondere Atmosphäre von Stille, Leere und Isolation. Orte und Gegenstände treten dabei als eigentliche Erzähler hervor.
Archimandrit Emanuel Youkhana ist eine prägende Stimme der assyrischen Kirche und zugleich ein engagierter humanitärer Akteur, dessen Wirken weit über den kirchlichen Raum hinausreicht. Geboren 1959 in Dohuk im Nordirak und ursprünglich als Elektroingenieur ausgebildet, verband er früh geistliche Berufung mit gesellschaftlicher Verantwortung. Als Leiter des von ihm gegründeten Hilfswerks CAPNI widmet er sich insbesondere der Unterstützung christlicher Minderheiten und anderer gefährdeter Gemeinschaften in der Region. Seine Arbeit umfasst konkrete Initiativen wie Kinderbetreuung, Bildungsförderung und organisierte Transferfahrten zu weiterführenden Schulen, etwa im Camp Sheikhan, wo Zukunftsperspektiven unter schwierigsten Bedingungen geschaffen werden. Parallel dazu tritt er international als Sprecher für Religionsfreiheit und Minderheitenschutz auf und bringt die Stimmen der Betroffenen in politische und zivilgesellschaftliche Diskurse ein. Für die Ausstellungseröffnung wird er online zugeschaltet sein.
Öffnungszeiten der Ausstellung
5. Mai – 23. Juni 2026
Mo-Do & Sa-So | 10.00 – 17.00 Uhr
Fr | 10.00 – 15.00 Uhr
Bei Veranstaltungen bis 19.00 Uhr
Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Forums

Magdalena Köhler (M.A.)
Veranstaltungen und interaktive Fritz Bauer Bibliothek
Telefon
+49 (0) 1573 2562392Email adresse
magdalena.koehler@fritz-bauer-forum.deÖffnungszeiten:
Montag bis Mittwoch 10.00 - 16.00 Uhr | Donnerstag 14.00 - 17.00 Uhr | Freitags nach Vereinbarung