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VERSCHOBEN – Buchvorstellung | Die endlose Abwesenheit

Do
27
Aug 2026

Do
27
Aug 2026

Paz Rojas Baeza

Ort: Fritz Bauer Forum, Feldmark 107, 44803 Bochum
Dauer: 90 Min.
Beginn: 18:00
Ende: 19:30
Sprachen: Deutsch
Eintritt: Frei
Barrierefrei

Buchvorstellung & Gespräch mit Rainer Huhle

Medizinische, psychologische und politische Untersuchung des gewaltsamen Verschwindenlassens von Personen

Krankheitsbedingt verschoben – neuer Termin wird bekanntgegeben

Bei dem Buch Die endlose Abwesenheit ist es das vorbildliche ethische Zeugnis einer großzügigen und mutigen menschlichen Erfahrung in der scharfsinnigen Konfrontation mit dem Bösen in seinen schlimmsten Ausprägungen. Darüber hinaus ist es eine detaillierte Studie über die psychologischen, moralischen, spirituellen und oft auch physischen Verletzungen, die das Verschwinden naher Familienangehöriger bei Menschen verursacht.

Das Verschwinden von Menschen, von dem in Chile Tausende betroffen waren und weiterhin betroffen sind, hat nicht nur dauerhafte, sondern auch bleibende Auswirkungen. Es handelt sich um ein psychisches Trauma ohne Ende, untröstlich und endlos, wie der Titel treffend beschreibt. Es ist ein außergewöhnliches Buch, das anhand einer Vielzahl von Zeitzeugenberichten und den Texten aus drei ausführlichen Interviews mit einer Mutter, einer Tochter und einer Schwester von Verschwundenen grundlegende Fragen für das Verständnis der jüngsten Vergangenheit und für die Zukunft des Zusammenlebens als Nation aufwirft.

Paz Rojas Baeza wurde 1932 in Santiago de Chile geboren und ist Ärztin für Neuropsychiatrie. Seit Beginn der Diktatur in Chile 1973 arbeitete sie mit dem Comité Pro Paz zusammen, das Opfer von Folter, Angehörige von Verschwundenen oder Hingerichteten betreute. Bis 1974 war sie Professorin und Klinikleiterin der Neurologischen Abteilung des Krankenhauses José Joaquín Aguirre (Universidad de Chile). Im Exil in Frankreich setzte sie ihre Arbeit fort. 1981 kehrte sie zurück und schloss sich der Corporación de Promoción y Defensa de los Derechos del Pueblo (CODEPU) an und kämpfte gegen die Straflosigkeit. 2001 half sie bei der Gründung der Ethikkommission gegen Folter, deren Arbeit entscheidend für die Gründung der Valech-Kommission 2003 war, welche die Anwendung von Folter durch Staatsbedienstete anerkennt. P. Rojas wurde 1998 mit dem Menschenrechtspreis der Universität Oslo (Norwegen) ausgezeichnet, 2019 mit dem Menschenrechtspreis der Ärztekammer von Chile.

 

Vor Ort zum Gespräch: Dr. Rainer Huhle (Nürnberger Menschenrechtszentrum)

Rainer Huhle, promovierter Politikwissenschaftler (FAU), lehrt „Transitional Justice“ im Master of Human Rights der FAU. Mehrjährige Aufenthalte in Peru und Kolumbien, wo er ab 1997 das Field Office des OHCHR der UNO mit aufbaute. Mitbegründer (1989) des Nürnberger Menschenrechtszentrums und 2011-2019 Mitglied des CED (Vertragsausschuss der Konvention über Verschwindenlassen).

 

Das Buch erscheint am 1.August 2026 und kann hier oder vor Ort bei der Veranstaltung erworben werden.

 

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Forums.

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