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Sprachenrechte sind Menschenrechte und eine Grundlage unseres demokratischen Zusammenlebens

Do
15
Okt 2026

Do
15
Okt 2026

Prof. Dr. Andrea Daase

Ort: Fritz Bauer Forum, Feldmark 107, 44803 Bochum
Dauer: 90 Min.
Beginn: 18:00
Ende: 19:30
Sprachen: Deutsch
Eintritt: Frei
Barrierefrei

Sprachenrechte – Demokratie – Menschenrechte

Zwei Kurzvorträge & Gespräch

1. Kurzvortrag von Prof. Dr. Hans-Jürgen Krumm (Univ. Wien):

Sprachenrechte und Sprachengerechtigkeit in Gesellschaft und Schule“

Sprachen haben in unserer Gesellschaft einen unterschiedlichen Wert: Die einen werden gefördert und gelernt, die anderen, vor allem die Sprachen von Minderheiten, von Menschen mit Migrationshintergrund, werden zwar viel gesprochen, aber oft nur geduldet und fristen auch in der Schule ein Dasein am Rande oder werden dort gar verboten. Die Untersuchung des Zusammenhangs von Sprache und Macht ist Ausgangspunkt der Frage, wie es um die ‚Sprachengerechtigkeit‘ bestellt ist und wie diese in Gesellschaft und Schule hergestellt werden kann.

2. Kurzvortrag von Prof. Dr. Andrea Daase (Univ. Bremen):

„Sprachbildung als Befähigung zu einem demokratischen sprachlich-kommunikativem Miteinander in sprachlich heterogenen Gemeinschaften – eine Aufgabe der inklusiven Schule“

Während seit den PISA-Studien um die Jahrtausendwende Sprachbildung in erster Linie auf den Ausbau sogenannter bildungssprachlicher Kompetenzen vor allem jener Schüler*innen aus Migrationsfamilien fokussiert, will der Vortrag zeigen, dass wir für eine demokratische Gesellschaft ein breiteres Verständnis von Sprachbildung zugrunde legen müssen, das mit sozial-emotionalem Lernen verknüpft werden, alle Sprachen einbeziehen und als Kernaufgabe einer inklusiven Schule verstanden werden muss. Dies möchte der Vortrag anhand einiger Grundgedanken und Beispiele zur Diskussion stellen.

 

Hans-Jürgen Krumm war 1975 bis 1993 Professor für Sprachlehrforschung an der Universität Hamburg, anschließend bis 2010 Professor für Deutsch als Fremdsprache an der Universität Wien, wo er jetzt Professor emeritus ist. Seine derzeitigen Arbeitsschwerpunkte sind Sprachenpolitik und Sprachenrechte

Andrea Daase ist Professorin für Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache an der Universität Bremen. Sie lehrt und forscht zu Deutsch im Kontext von Mehrsprachigkeit in Schule, Ausbildung und Beruf – gerne in interdisziplinären Arbeitszusammenhängen. Aktuell beschäftigt sie sich vor allem mit der Frage nach einer sprachbewussten Gestaltung der Pflegeausbildung und der Verbindung zwischen Sprachbildung und Demokratiebildung in Schulen.

Im Anschluss an die Veranstaltung lädt das Café Historias zum weiteren Austausch in gemütlicher Atmosphäre ein.

 

 

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe «Sprachenrechte – Demokratie – Menschenrechte» 

Sprachen sind die Grundlage für Verständigung und für Teilhabe. Sie können aber auch für das Gegenteil instrumentalisiert werden: für Ausgrenzung und als Machtinstrument. Die Veranstaltungsreihe will bewusst machen, dass Menschenrechte und Demokratie auch darauf basieren, dass alle Menschen mit all ihren Sprachen akzeptiert und respektiert werden. Als roter Faden durch die Veranstaltungen ziehen sich die folgenden Fragen:

  • Welche Rolle spielt der Umgang mit Sprachen für die Entwicklung unserer Demokratie?
  • Wie ist es um die Sprachengerechtigkeit vor allem im Bildungswesen bestellt und wie müssen Sprachenrechte dort ausgestaltet werden?
  • Wie kann unsere Gesellschaft vielsprachig mitgestaltet werden?

 

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Forums

 

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