„Kenntnisse zu Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Eröffnung eigener Handlungsräume“

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Jacob Liedtke
Projektmitarbeiter
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„Nichts ist Vergangenheit" – Multiplikator*innen-Workshop im Fritz Bauer Forum und Veröffentlichung des Modulhandbuchs

Am 28. Mai 2026 kamen im Fritz Bauer Forum in Bochum pädagogische Fachkräfte, Lehrbeauftragte und politische Bildner*innen zusammen für einen Workshop, der sie zur eigenständigen Durchführung des ersten Moduls des NIV-Programms qualifizieren sollte. „Nichts ist Vergangenheit“ (NIV) im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist ein Workshop-Programm, das in Polizei- und Justiz-Ausbildungsgängen, sowie in der Schule zum Einsatz kommen soll. Das Fritz Bauer Forum führt das Projekt in Kooperation mit dem New Israel Fund durch und wir haben es uns zum Ziel gesetzt in insgesamt drei Workshopmodulen ein breites Spektrum von Themen zu adressieren:  Das Projekt befasst sich mit den Themenkomplexen Antisemitismus und antimuslismischem Rassismus , insbesondere im Kontext des Nahost-Konfliktes, sowie der Menschenrechtsbildung und soll die Fähigkeit zur Ambiguitätstoleranz bei den Teilnehmenden nachhaltig stärken. Das Ergebnis des Multiplikator*innen-Workshops: ein produktiver, konzentrierter Nachmittag, der gezeigt hat, dass das Format trägt.

Ein Nachmittag, der Handlungssicherheit schafft

Jan-Hinrich Wagner (New Israel Fund Deutschland e.V.) und Jacob Liedtke (Fritz Bauer Forum) führten durch einen Workshop, der konsequent auf Aktivierung setzte. Die Methodik war darauf ausgelegt, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern Handlungssicherheit zu erzeugen im Umgang mit Antisemitismus und Rassismus und mit der eigenen Rolle als Bildner*in in vielfältigen Kontexten.

Im Mittelpunkt von Modul I steht die Frage, wie gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit erkannt, eingeordnet und schließlich pädagogisch bearbeitet werden kann. Besonders der Fokus auf Handlungsmacht und Selbstwirksamkeit sorgten für produktive Diskussionen unter dem heterogenen Teilnehmendenfeld: Wo kann ich als Einzelperson ansetzen? Was kann ich in meiner Institution bewegen?

Vom Wissen zum Handeln

Das klare Ziel des NIV-Programms ist es, Bildner*innen dort zu stärken, wo demokratische Resilienz gebildet wird in Schulen, in Ausbildungsgängen der Polizei und Justiz, in Universitäten. Genau dort, wo Unsicherheit im Umgang mit dem Nahostkonflikt am häufigsten zu Schweigen führt. Das NIV-Programm setzt diesem Schweigen etwas entgegen: Wissen. Und den Mut, damit zu arbeiten.

Abschlussvortrag mit soziologischer Perspektive – Dr. Fatih Bahadir Kaya

Den Abend beschloss ein Vortrag von Dr. Fatih Kaya (TU Dortmund), der über aktuelle Herausforderungen durch Antisemitismus und Rassismus im Bildungskontext sprach. Sein Blick machte deutlich: Menschen, die Diskriminierung erfahren, erleben Kipppunkte ihrer Sozialisation fast immer im Kontext von Schule. Hieraus leitete sich für die Besucher*innen aus schulischen und außerschulischen Bildungskontexten ein großes Maß an Verantwortung durch die eigene Rolle ab, was im Anschluss an den Vortrag rege Diskussionen zeitigte.

Handreichung ab sofort verfügbar

Der 28. Mai markiert über unseren ersten Multi-Workshop hinaus auch das Datum, an dem wir die Handreichung für die politische Bildungsarbeit zu Modul I veröffentlicht haben, die ab sofort auf der Projektseite unserer Homepage abrufbar ist. Hier werden alle erarbeiteten Materialien zur Verfügung gestellt, die umgehend in der Praxis genutzt werden können. Aktuell werden die Module II und III erarbeitet und zum Ende des Jahres ebenfalls zur Nutzung zur Verfügung stehen.

Informationen und Handreichung: Projektseite des Fritz Bauer Forums · Kontakt: niv@fritz-bauer-forum.de